Wir sind 50 - Eingemeindung Effeldorf

50 Jahre Gemeindegebietsreform der Stadt Dettelbach

Der Gemeinderat der Gemeinde Effeldorf hatte am 13. April 1971 mit 4:3 Stimmen als erster der drei Gemeinden für die Eingliederung nach Dettelbach gestimmt. So hätte Effeldorf bereits zum 1. Januar 1972 eingemeindet werden können. Nach der Stellungnahme des Bayerischen Innenministeriums vom 24. August 1971 sollte die Entscheidung jedoch vorerst zurückgestellt werden, bis die Gemeinde Bibergau ebenfalls einen Grundsatzbeschluss über die Eingemeindung gefasst hatte.


Das Landratsamt bekam nun von der Regierung von Unterfranken die Aufgabe, diesbezüglich auf die Gemeinde Bibergau einzuwirken. Am 28. September 1972 schlug das Landratsamt Kitzingen die Lösung durch die Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft Dettelbach vor, der die Gemeinden Bibergau, Effeldorf und Euerfeld als Mitgliedsgemeinden angehören sollten. Die Stadt Dettelbach hatte von diesen Entwicklungen nur zufällig Kenntnis erlangt und fühlte sich besonders von den Plänen des Landratsamtes überrumpelt, zumal die Stadt gegen die Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft war.


So lud der Dettelbacher Bürgermeister Hans Löffler seine Amtskollegen von Bibergau und Effeldorf am 31. Januar 1972 zur gemeinsamen Aussprache ins Dettelbacher Rathaus ein. Auch in Effeldorf fand die Abstimmung der Gemeindebürger über die Eingemeindung in die Stadt Dettelbach am 27. Februar 1972 statt. Im Vorfeld warb die Stadt Dettelbach bei den Bürgern beider Ortschaften für die Eingliederung und die „Aktion freies Effeldorf“ warb mit einem Schreiben gegen den Zusammenschluss.


Letztendlich nahmen von den 282 stimmberechtigten Effeldorfer Bürgern am 27. Februar 1972 insgesamt 194 an der Abstimmung teil. Davon stimmten 70 für die Eingliederung nach Dettelbach und 124 dagegen. Der Gemeinderat sprach sich jedoch mit fünf gegen eine Stimme für die Eingemeindung in die Stadt Dettelbach aus.


13. April 1971

Der Gemeinderat Effeldorf stimmt der Eingliederung der Gemeinde Effeldorf in die Stadt Dettelbach mit 4:3 Stimmen zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu.


15. April 1971

Der Stadtrat Dettelbach stimmt der Eingliederung der Gemeinde Effeldorf zum nächstmöglichen Zeitpunkt in die Stadt Dettelbach mit 12:0 Stimmen zu.


16. April 1971

Aufklärungsveranstaltung über die Gemeindezusammenlegung im Gasthaus Fröhlich in Effeldorf.


24. August 1971

Aus der Stellungnahme des Bayerischen Staatsministeriums des Innern zur Eingliederung der Gemeinde Effeldorf in die Stadt Dettelbach: „Die Bildung einer Enklave soll in jedem Fall vermieden werden. Wenn die Gemeinde Bibergau keinen Grundsatzbeschluss über die Eingemeindung in die Stadt Dettelbach – wenn auch zu einem späteren Zeitpunkt – fassen sollte, wäre die Entscheidung vorerst zurückzustellen. Im Übrigen ist es Aufgabe des Landratsamtes Kitzingen auf die Gemeinde Bibergau entsprechend einzuwirken, damit der freiwillige Zusammenschluss von Effeldorf mit Dettelbach im Hinblick auf die finanzielle Förderung ermöglicht wird.“


28. September 1971

Das Landratsamt Kitzingen schlägt die Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft Dettelbach mit den Mitgliedsgemeinden Bibergau, Effeldorf und Euerfeld vor.


31. Januar 1972

Der Dettelbacher Bürgermeister Löffler lädt die Bürgermeister von Effeldorf und Bibergau zur gemeinsamen Aussprache ins Dettelbacher Rathaus ein.


22. Februar 1972

Schreiben der Stadt Dettelbach an die Bürger der Gemeinden Bibergau und Effeldorf mit Argumenten für die Eingemeindung und die Bildung einer leistungsfähigen Gemeinde im nördlichen Landkreis Kitzingen.


26. Februar 1972

Aufruf der „Aktion freies Effeldorf“ an die Effeldorfer Bürger gegen die Eingemeindung in die Stadt Dettelbach zu stimmen.


27. Februar 1972

Abstimmung der Effeldorfer Gemeindebürger über die Eingliederung in die Stadt Dettelbach:

282 Abstimmungsberichtigte

194 abgegebene Stimmen

70 Ja-Stimmen

124 Nein-Stimmen


Der Gemeinderat von Effeldorf stimmt mit 5:1 Stimme für die Eingliederung in die Stadt Dettelbach


Der Gemeinderat der Gemeinde Effeldorf bestand vor 1972 aus folgenden Mitgliedern:


Gottfried Troll (erster Bürgermeister)

Erwin Erk (zweiter Bürgermeister)

Edmund Erk

Heinrich Erk

Gottfried Hack

Robert Wehner

Emil Zeissner